Kirchen im Selfkant

Grußwort

 

Vorwort

 
Wie haben wir das nur überlebt?

 

Ich bin Jahrgang 1960, sicherlich sind viele ähnlich alt und leben heute auch noch.

 

Die Autos hatten keine Sicherheitsgurte, keine Airbags, ABS, ASR und Knautschzonen. Wir durften ohne Helm Fahrrad und Mofa/Roller fahren. Spielen durften wir unbeaufsichtigt auf der Straße oder in der von uns nur als Bruch bezeichneten Bewaldung.

 

Vielleicht waren unsere Eltern und wir selbst so vorsichtig, umsichtig und vorrausschauend gewesen, dass viele heutige Sicherheitsvorkehrungen zum damaligen Zeitpunkt nicht notwendig waren.

 

Das vermehrte Verkehrsaufkommen hat aber auch dazu geführt, dass der prozentuale Anteil der nicht umsichtigen Fahrer auch zugenommen hat. Da macht es durchaus Sinn, Sicherheitsbestimmungen einzuführen.

 

Wenn es gefährlich oder belästigend wurde, gab es immer Menschen im Umfeld, die darauf hinwiesen oder uns und andere bei drohenden Gefahren zurechtwiesen.

 

Neben den körperlichen Verletzungen durch Unfälle, Rauchen und Drogenmissbrauch nehmen heute leider auch die seelischen Verletzungen durch Mobbing und Intoleranz einen hohen Stellenwert ein.

 

Kinder lernen von Vorbildern und das, was ihnen in der Gesellschaft vorgelebt wird. Ein wichtiges Lernfeld ist dabei der Umgang mit Gleichaltrigen.

In der Gemeinschaft findet ein Austausch über Risiken, Gefahren und die dabei gemachten Lernerfahrungen statt.

Die Heranwachsenden brauchen dafür Lern- und Übungsfelder in denen sie ihre Stärken austesten und die Schwächen anderer akzeptieren können.

 

Die Ferienspiele und Ferienangebote, wie beispielsweise das Zirkusprojekt in der ersten Ferienwoche, bieten solche Lernfelder.

 

Im Vordergrund steht immer, die Kinder in ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten zu stärken. Dazu zählt neben der Vorsicht auf mögliche Gefahren bei persönlicher Überschätzung der Fähigkeiten, auch Rücksichtnahme zu üben auf andere, die manches nicht so gut können.

 

Zum Erkennen von Behinderungen aufgrund der körperlichen Verfassung und von Sprachbarrieren gehört auch zu sehen, wie man mit Worten, Taten und Gestik untereinander kommuniziert und welche Auswirkungen diese haben. In der unmittelbaren Reaktion des Gegenübers erkennen Kinder sehr schnell, welche positiven oder negativen Reaktionen sie beim Gegenüber hinterlassen haben. Daraus können sie im Umgang untereinander lernen.

 

Ein Überleben in der Gesellschaft gelingt, wenn jeder für sich selbst in der Lage ist, drohenden Gefahren aus dem Weg zu gehen und für andere abzuwenden. Ebenso wie sich aus den Lernerfahrungen im Umgang mit anderen Menschen eine Persönlichkeit entwickelt, die sich für ein gelingendes Miteinander einsetzt.

 

 

Franz Josef Stoffels

 

 

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