Kirchen im Selfkant

Höngen

St. Lambertus, Höngen

Eine Kapelle, die der Pfarre Gangelt unterstand, hat der Ort schon um die erste Jahrtausendwende gehabt. 1277 erhielt sie die Rechte einer Pfarrkirche. 1278 bewilligte Dietrich von Heinsberg dem Stiftsherren Anselm, Landdechant von Susteren, Einkünfte der Pfarre der Priesterbruderschaft zur Unterstützung invalider Geistlicher zuzuwenden. 1279 bestätigte der zuständige Bischof Johannes III. von Lüttich (1274-1281) die Inkorporation der Pfarre dem Pfarrer von Heinsberg, dem Gangolfstift und dem Pfarrer von Gangelt. Das Recht, den Pfarrer einzusetzen, hatte der Archidiakon von Kempenland. Die Kollatur hatten später das Heinsberger Gangolfstift und die dortigen Prämonstratenserinnen. 1533 stand Gys van Rothem als Vikar der Kirche vor; er trat mit fast der ganzen Gemeinde zu den Wiedertäufern über. 1559 wird berichtet, daß seit einem Jahr diese "verlauffen" seien. Im gleichen Jahr hatte die Pfarre 250 "Kommunikanten". 1804 kam Höngen als (Unter)-Pfarre zum Kanton Sittard im Bistum Aachen. Nach dessen Aufhebung wurde die Pfarre vom Apostolischen Administrator Martin Wilhelm Fonck 1822 an Köln überwiesen. Bei der Organisation des wiedererrichteten Erzbi-stums Köln 1827 wurde Höngen Pfarre im Dekanat Heinsberg, 1925 bei einer Neueinteilung Pfarre im neuen Dekanat Gangelt.

Die Kirche aus Bruch- und Backsteinmauerwerk mit Turm aus Holz erhielt 1790 einen neuen Chor. Anfang des 19. Jhs. war sie ruinös, so daß die Gemeinde Johann Baptist Cremer 1819 mit dem Plan für einen Neubau beauftragte. 1832/33 wurde ein neues Langhaus gebaut. 1863 machte Johannes Burkart Pläne für Umbau und einen neuen Chor. 1866 waren diese Arbeiten abgeschlossen. Zwischen September 1944 und Januar 1945 wurde die Kirche bis auf Mauerreste des Chors völlig zerstört. Nach Plänen von G.J.W. Snelder, Maastricht, wurde 1952 eine neue Kirche gebaut und am 23. November 1952 geweiht.

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