Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. (Lk 15,2)

31 Woche im Jahreskreis Donnerstag
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 15,1-10
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern,
und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet?
Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.
Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Tagesimpuls:

Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. (Lk 15,2)

Ähnlich wie bei der Feier, wo wir nicht nur Freunde, sondern auch arme Menschen einladen sollen (Lk 14,12ff), so ist es auch hier. Jesus gibt sich nicht nur mit Menschen ab, die eine gute gesellschaftliche Stellung haben, sondern auch mit den Sündern, mit den Ausgestoßenen, mit den Außenseitern. Ich erlebe es, dass viele Menschen, die in der Gesellschaft nicht so beliebt sind, zu uns in die Kirche kommen. Hier fühlen sie sich geborgen und spüren Wärme und Liebe. Das ist ein gutes Zeichen. Ich bin dankbar, dass sie aufgenommen werden in unserer Gemeinschaft. Eine christliche Gemeinde, die die weniger beliebten Menschen willkommen heißt, ist eine echte christliche Gemeinschaft.

Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.

Wir müssen damit rechnen, dass Jesus in den Herzen der Menschen wirkt. Wir müssen eine positive Perspektive, eine Hoffnung für diese Menschen haben, genauso wie wir für uns selber eine Hoffnung in uns tragen. Jesus will und kann mich und jeden anderen zum Positiven verändern. Keiner muss für immer so bleiben, wie er jetzt ist. Und wenn wir Menschen begleiten, dass sie in unserer Gemeinde eine Heimat finden, dann hat Jesus eine große Chance, in ihnen zu wirken. Er kann ihre Probleme lösen, ihnen Heilung und Befreiung schenken.

Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.

Ich finde auch wichtig, dass wir selber immer wieder bereit sind, uns mit diesen Menschen abzugeben. Es ist manchmal anstrengend, und wir müssen Grenzen setzen. Ohne Grenzen geht es nicht. Aber im Rahmen des Möglichen sollten wir ihnen Raum geben in unserem Leben. Auch da wird Jesus uns beistehen. Wenn wir die Begegnung mit diesen belasteten Menschen nicht vermeiden, dann hat Jesus eine Chance, durch uns in ihnen zu wirken. Wir müssen nicht die Probleme lösen, das können wir meistens nicht. Aber Jesus kann wirken, wenn wir die Begegnung, die Nähe zulassen.

Gebet:
Jesus, du hast dich mit allen Menschen abgegeben, nicht nur mit den beliebten. Hilf uns, offen zu sein für die Begegnung mit den Menschen, vor allem mit den Armen, den Schwachen und mit denen, mit denen sonst keiner reden will. Jesus, ich bitte dich für unsere Gemeinden, lass sie zu Orten werden, in denen alle Menschen Heimat, Wärme und Geborgenheit finden können.

Pastor Roland Bohnen
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Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>