Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. (Joh 17,15)

07 Woche der Osterzeit Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 17,6a.11b-19.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

Tagesimpuls:

Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. (Joh 17,15)

Jesus will uns nicht wegnehmen aus der Welt. Wir sollen in der Welt sein, denn wir haben hier einen Auftrag, genauso wie Jesus einen Auftrag in der Welt hatte. Wenn wir nicht hier wären, dann könnten wir unseren Auftrag nicht erfüllen. Daher sollen wir mit seiner Freude in dieser Welt leben, und wir sollen seine Freude, seine Liebe, seine Hoffnung, seine Zuversicht und seinen Frieden hier verbreiten.

Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.

Manchmal ziehen wir uns aber doch zurück, wenn wir im persönlichen Gebet die Begegnung mit Jesus suchen. Das ist auch sehr wichtig. Wir sollen uns nicht ganz und gar von der Welt aufsaugen lassen. Es gibt immer Dinge, die wir liegen lassen müssen. Petrus und die anderen Apostel ließen ihre Boote und ihre Netze liegen, ja sie ließen sogar ihren Vater allein. Um unseren Auftrag, den wir von Gott bekommen haben, erfüllen zu können, müssen wir uns manchmal von der Welt zurückziehen, um uns zu vergewissern, um neue Kraft zu bekommen, um unsere Vision neu zu stärken. Das tun wir aber nur, um uns danach noch besser der Welt zuwenden zu können, um mit seiner Kraft unseren Auftrag zu erfüllen.

Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.

Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich mich zurückziehen oder mitmachen soll. Es gibt etwas, was mich in die Stille zieht, von den Menschen weg. Aber es gibt auch etwas, was mich zu den Menschen zieht. Hier ist die Unterscheidung der Geister wichtig. Es könnte sein, dass man Angst hat vor Menschen, weil man schon so oft verletzt wurde. Dann will man sich lieber ins Gebet zurückziehen. Aber vielleicht will Gott, dass wir voll Glauben und Vertrauen auf die Menschen zugehen, und vielleicht will Gott uns genau auf diese Weise heilen von unseren Verletzungen. Umgekehrt kann es aber auch sein: Dass ich vor der Stille weglaufe, weil ich mich selber nicht aushalten kann, und genau dort, in der Stille, würde der Herr mich heilen wollen.

Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.

Es kommt also immer auf das richtige Maß an. Bitten wir den Herrn, dass er uns heute die Aufgaben für diesen Tag zeigt, und bitten wir ihn, dass wir heute in seinem Willen leben können!

Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du mich in diese Welt gestellt hast. Ich danke dir für meinen Auftrag, den du mir gegeben hast. Bitte hilf mir, immer das richtige Maß zu finden, dass ich mich nicht von den Menschen zurückziehe, wenn du mich zu ihnen sendest. Hilf mir aber auch, die Stille zu finden, damit ich meine Beziehung zu dir stärke, so dass ich mit voller Kraft meinen Auftrag in der Welt erfüllen kann.

Pastor Roland Bohnen
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Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>