Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. (Joh 15,14)

05 Woche der Osterzeit – Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Jn 15,12-17.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Tagesimpuls:

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. (Joh 15,14)

Ich persönlich bin ein Typ, der immer sehr stark auf die Gnade setzt. Für mich wäre es typisch zu sagen: „Ich kann das aus meiner Kraft alles gar nicht, Gott selber muss es machen.“ Das klingt auch alles sehr gut. Und gerade in der heutigen Gesellschaft gibt es viele Menschen, auch viele Christen, die kaum mehr daran glauben, dass Gott überhaupt eingreift in unser Leben. Da ist es schon berechtigt, die Gnade Gottes zu betonen. Ohne sie geht wirklich gar nichts.

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.

Aber in den letzten Wochen zeigt mir Jesus auch eine andere Seite. Er zeigt mir immer wieder: Es gibt da Dinge, die er nicht für mich tun kann. Die kann nur ich allein tun; natürlich, wenn ich sie tue, dann mit seiner Hilfe, mit seiner Gnade. Wenn ich mir z.B. vornehme, zu fasten, dann muss ich es auch tun. Er kann das nicht für mich tun. Ich muss es tun. Und wenn ich es nicht getan habe, dann ist es nicht geschehen. Und so gibt es viele Dinge, die sozusagen an mir hängen. Es sind meine Entscheidungen, meine Verhaltensweisen. Es geht um meine Liebe. Jesus und der Heilige Geist unterstützen mich in jeder Form. Aber Jesus kann nicht für mich lieben. Meine Liebe, das ist meine Aufgabe, die Jesus mir nicht abnehmen kann.

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.

So wichtig ist nun mal mein Leben. Ich muss es ernst nehmen. Von meinen Entscheidungen hängt viel ab. Entweder ich liebe, oder ich liebe nicht. Ich muss tun, was er mir aufträgt. Da gibt es etwas, was nur ich selber tun kann, und niemand anderes für mich. Tun wir also heute unseren Auftrag! Schieben wir nicht auf Jesus, was wir selber tun müssen! Er wird uns helfen, aber er kann die Dinge nicht für uns übernehmen.

Gebet:
Jesus, zu oft habe ich gemeint, ich könnte Dinge an dich abschieben, die ich selber tun muss. Ich hatte ein falsches Verständnis von Gnade. Ich verstehe, dass es in vielen Dingen auf mich selber ankommt. Ich will meine Aufgaben erfüllen, will tun, was du mir aufträgst. Hilf mir dabei, besonders dann, wenn es mich Überwindung kostet.

Pastor Roland Bohnen