Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan. (Lk 17,10)

32 Woche im Jahreskreis – Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 17,7-10.
In jener Zeit sprach Jesus: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Tagesimpuls:

Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan. (Lk 17,10)

Wir können Gott gegenüber keine Ansprüche stellen. Wir können ihm keine Rechnung präsentieren für das, was wir jetzt für ihn geleistet haben, die er dann bezahlen müsste. Wir haben kein Recht auf Belohnung. Wenn unsere Beziehung zu Gott wie eine Verhandlungssache wäre, wo wir die Bedingungen aushandeln und er uns dann am Ende bezahlen müsste, dann würden wir viel weniger erhalten. Dann wären wir nicht fähig, dass ewige Leben zu verdienen. Wir würden versagen. Wer etwas anderes denkt, der bildet sich etwas ein, was nicht stimmt. Wenn Menschen z.B. über Leid klagen und behaupten, sie hätten es nicht verdient, dann stimmt das nicht. Keiner kann so gut leben, dass er gegenüber Gott einen Anspruch verdient hätte.

Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Wir sollen ja von der Gnade leben. Wir sind Kinder Gottes. Welches Kind würde sagen: „Jetzt war ich ein paar Stunden lang lieb, jetzt will ich als Belohnung dafür etwas zu Essen haben.“ Das Essen gibt es sowieso, weil die Eltern es den Kindern schenken. Die Liebe der Eltern ist unverdient. Das Kind kann sich die Liebe der Eltern nicht verdienen. Machen wir uns bewusst, dass unser Verhältnis zu Gott in erster Linie von Gnade geprägt ist! Wenn das klar ist, dann können wir aus Liebe zu Gott sehr viel tun. Wir können Jesus trösten, der so sehr unter den Sünden der Welt leidet. Wir können durch unsere Opfer Jesus sehr viel Liebe schenken. Dies ist etwas sehr Großes, was wir in diesem Leben tun können. Aber es ist unser Geschenk an Jesus, ebenso wie die Erlösung sein Geschenk an uns ist.

Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Bitten wir den Heiligen Geist, dass wir heute in der Haltung der Kinder gegenüber Gott leben, nicht wie Geschäftsleute! Und wenn uns Leid betrifft, dann wollen wir es aus Liebe zu Jesus annehmen und aufopfern. Nehmen wir es als Chance, als Gelegenheit, Jesus alles zu schenken, unser Leben, unser Leiden! Legen wir alles in die Hände Gottes! Das ist ein Opfer, das ihm gefällt. Und so leben wir als seine Kinder, in dem vollen Vertrauen, dass er für alles eine Lösung herbeiführt.

Gebet:
Jesus, bitte lass mich als dein Kind leben. Ich will nicht in der Haltung des Geschäftsmanns vor dir leben, der sich etwas verdient, worauf er dann einen Anspruch hat. Ich will in der Haltung des Kindes leben, das alles von seinen Eltern erwartet. Zugleich will ich dir viel Liebe schenken. Bitte verzeih mir, wo dies nicht gelungen ist. Lass mich dir viel Liebe schenken und alles Leid aufopfern!

Pastor Roland Bohnen