Isenbrucher Kapellen

„Hett kleen Kapellke“

Wer von Havert kommend in den Selfkantort Isenbruch hineinfahren will, entdeckt unmittelbar am Ortseingang an der linken Seite ein kleines Gotteshaus, in der Mundart auch „Hett kleen Kapellke“ genannt. An dieser Stelle stand bereits schon ab 1870 eine kleine Marienkapelle, die jedoch während der Januarinvasion 1945 durch alliierten Beschuss zerstört wurde. Nach dem letzten großen Weltkrieg wurde an gleicher Stelle, als Erinnerung an das alte Bethaus, ein Holzkreuz errichtet. Als Stifter dieses Kreuzes, als Mahnmal, kann die Familie Ohlenforst, Besitzer der Isenbrucher Mühle, genannt werden.

Der Wunsch der Isenbruch Ortsbevölkerung war es jedoch, ein neues Kapellchen zu errichten. Spenden, Hand- und Spanndienste waren nötig, um ein neues kleines Sakralgebäude, wenn auch im kleinen Maßstab, zu errichten. Die feierliche Einweihung fand dann nach Fertigstellung am 12. November 1995 durch den damaligen Ortspfarrer Cor van Bemmelen statt.

Das Innere des Kapellchens schmückt eine geschnitzte Marienstatue. Diese, die ebenso wie das bereits genannte Kreuz, wurde von einer Isenbrucher Familie gestiftet. Die beiden Blumenkübel und zwei Außenbänke wurden aus Spendengeldern aufgebracht.

Die Isenbrucher Einwohner hofften nun, daß das kleine Gotteshaus, welches zur Verschönerung der Ortschaft beitragen sollte, durch den Segen Gottes noch lange erhalten bleibt und der Name „Hett kleen Kapellke“ wieder in einem neuen Glanz erscheint.

Das auch Kinder kostenfrei eine Kerze anzünden können, um ihren Anliegen symbolisch Ausdruck zu geben, darauf legt Mariette Jansen wert. Sie besorgt die Kerzen und stellt saisonale Blumen in das kleine Kapellchen. Die freiwilligen Spenden decken in der Regel die dafür entstehenden Kosten. Sie und Käthe Hermanns sorgen für das gepflegte Innere der Kapelle und öffnen tagsüber die Flügeltüren. Durch das von Manfred Schaps und Jochen Jansen gepflegte Umfeld lädt „Hett kleen Kapellke“ viele Vorbeikommende ein, dort auf den Ruhebänken zu verweilen.

Als ein Ort für Gebete oder Anliegen bildet die kleine Kapelle in Isenbruch einen festen Bezugspunkt in der Dorfgemeinschaft. Große Bedeutung für die christliche Gemeinschaft im westlichsten Ort Deutschlands hat vor allem die nachfolgend beschriebene Kapelle.

„Unbefleckte Jungfrau Maria“

Inmitten der Ortschaft Isenbruch steht eine Kapelle, von der man annimmt, dass sie bereits im 15. oder 16. Jahrhundert erbaut wurde. Das kleine Gotteshaus wurde schon vor Jahrhunderten der Unbefleckten Jungfrau Maria“ geweiht. Das Gebäude ist ein typischer Mergelsteinbau, der während des 19. Jahrhunderts umgebaut wurde. Das Gebäude besteht u.a. aus einem dreiseitigen Chorabschluss sowie einen Chorreiter. Im Laufe der 40 Kampfhandlungen während des Ersten Weltkrieges mußte die alte Glocke abgeliefert werden und wurde eingeschmolzen. Das Geläut wurde durch eine kleinere Glocke ersetzt. Die letzte Renovierung der Fassade, der Grundmauern sowie auch des Innenraumes fand in den Jahren 1985/1986 statt. Durch Hand- und Spanndienste beteiligte sich auch die Isenbrucher Bevölkerung an dieser Instandsetzung. Das Dach der Kapelle wurde mit Schiefergestein abgedeckt.

Fast an jedem Freitagabend findet eine hl. Messe statt. Im Monat Mai wird alljährlich eine Maiandacht gehalten. Auch am Abend vor einer Beerdigung beten die Dorfbewohner gemeinsam die Gesetze des Rosenkranzes. Zur Tradition ist es geworden, daß am Kirmessonntag auf dem Kapellenvorplatz eine hl. Messe unter Mitwirkung des Kirchenchores St. Cäcilia aus Havert zelebriert wird und den Gefallenen beider Weltkriege an dem im Jahre 1977 errichteten Kriegerdenkmal gedacht wird. Am Patronatstag der ortsansässigen Schützenbruderschaft, zum Ende des Jahres, gedenken die Vereinsmitglieder nochmals der Kriegsopfer aus dem Ort Isenbruch.

In der westlichsten Ortschaft Deutschlands erklingt freitags um kurz vor 19.00 Uhr eine hell klingende kleine Glocke. Mit dem Glockenklang wird die Abendmesse in der Kapelle Isenbruch eingeläutet. Das Gotteshaus hat sich bereits vorher gefüllt, um in der christlichen Dorfgemeinschaft den Rosenkranz zu beten. Meist ist es Alphons Jansen der die Glocke läutet. Vorher hat er den Priester abgeholt, und wird ihn auch nach der Messe zu seinem Heimatort zurückbringen. Selbstverständlich übernehmen auch andere Isenbrucher gerne diese Aufgaben, wenn er verhindert ist. Die Isenbrucher sind froh darüber, dass in ihrer Ortschaft noch ein regelmäßiger Gottesdienst gefeiert wird. Unterstützung erhält der Priester dabei durch die Lektorinnen Mariette Jansen und Agnes Eißen. Sehr erfreut sind die ‚Isebroeker‘ auch darüber, dass durch die bestehende und durch helfende Hände lebendig erhaltene Kapelle, die Kindertaufen in ihrem Heimatort möglich sind.

Maria Stelten hat Schlüssel und Sorge für die Kapelle übernommen. Sie sorgt auch mit Unterstützung von Dorfbewohnern dafür, dass in der Kapelle eine wohltuende Atmosphäre herrscht, die Hl. Messe, Taufen und Gebete ermöglichen. Allen Dorfbewohnern, die mit kleinen und großen Taten ihre Kapellen und christliche Werte aufrechterhalten, gilt unser Dank.

für das Seelsorgeteam, F.-J. Stoffels