Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. (Lk 10,2)

HEILIGE CYRILL UND METODIUS, PATRONE EUROPAS FEST
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 10,1-9
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.
Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs!
Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.
Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Tagesimpuls:

Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. (Lk 10,2)

Die Ernte ist groß, sagt Jesus. Da stellt sich schon die Frage, ob wir das glauben. Ich glaube es, und man spürt es auch. Es gibt ein größer werdendes religiöses Interesse. Man merkt es bei Kindern und Jugendlichen. Aber es gelingt uns nicht, diese Ernte einzufahren. Den Freikirchen gelingt es etwas besser. Hier und dort gibt es auch katholische Gruppen, denen es besser gelingt. Ich bin sicher, es liegt nicht an der Gesellschaft, es liegt auch nicht an den Jugendlichen, es liegt einfach nur an uns, die wir die Jünger Jesu sind. Wir haben Schwierigkeiten die Ernte einzufahren. Wir sind nicht vorbreitet dafür.

Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

Vor kurzem hörte ich von Einstein die Definition von Wahnsinn: „Immer dasselbe tun, aber andere Ergebnisse zu erwarten.“ Passt das nicht zu uns? Wir tun seit Jahren und Jahrzehnten immer dasselbe und wundern uns, warum es nicht funktioniert, warum wir keine Ernte einfahren. Das heißt ja nicht, dass wir damit beginnen sollen, wertvolle Traditionen abzuschaffen. Aber wir sollten doch damit beginnen, Jesus zu fragen, was er möchte, damit wir die Ernte einfahren können, anstatt immer nur dasselbe zu tun wie schon vor vielen Jahren.

Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

Es ist eine Gnade. Es ist keine Sache von Methoden und Konzepten. Es beginnt mit dem Gebet. „Bittet den Herrn der Ernte!“ Und es beginnt mit Menschen, nicht mit Konzepten und Programmen. Menschen, die Arbeiter, haben eine Ausstrahlung. Sie bewegen die Menschen, sie führen andere zu Jesus. Ich stelle es mir mit einem Bild vom Fußball vor. Wenn die Gnade da ist, wenn Gottes Geist wirkt, dann ist es wie wenn ein Stürmer frei vorm Tor steht und einfach nur noch den Ball einschießen muss. Dann ist die Strategie unwichtig. Ob er in die rechte oder in die linke Ecke schießt, ist egal. Und diese Chancen schenkt uns Gott. Wir bereiten den Boden durch unser Gebet. Das ist die Vorarbeit, sozusagen im Mittelfeld, um noch mal im Bild zu sprechen. Und wir sind die Spieler, die Gott bereitet für seine Ernte. Wenn jemand nun denkt, die Arbeiter seien die anderen, die Gott berufen wird, nicht er selber, dann hat er es – so meine ich – noch nicht verstanden. Wen soll Jesus denn senden wenn nicht mich? Beten wir, dass der uns bereit macht, uns diese Ausstrahlung verleiht, uns diese Chancen schenkt!

Gebet:
Jesus, ich bin bereit. Sende mich. Bereite mein Herz darauf vor, Arbeiter für dich in deinem Weinberg zu sein. Schenke mir diese göttlichen Chancen, wenn ich für dich verkündigen darf. Lass mich immer mehr zu deinem Zeugen werden, mit einer starken Ausstrahlung. Segne die Menschen, denen ich heute begegne, und führe sie zu dir. Und schenke uns als Kirche die Einsichten, was wir tun müssen, um die Ernte aufzufangen.

Pastor Roland Bohnen
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Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>