Marienkapelle Stein-Lind

Willi Hostenbach berichtet uns heute über die Kapelle in Stein.

Am 11. Juni 1857 zog eine Fronleichnams-prozession von Selfkant-Havert aus erstmalig von der Pfarrkirche zum neu erbauten Kapellchen am ‚Gut Burg‘, nach Stein, einem Ortsteil von Havert. Der Weiler hatte sein schönstes Festtags-kleid angelegt mit Fahnen und einem Triumphbogen und somit die neue Andachtsstäte zur Einweihungsfeier geschmückt. Stifter des Grundstücks und Erbauer war der damalige Besitzer von ‚Gut Burg‘, Ferdinand Tholen, ehemaliger Bürgermeister von Havert.

Der Kapellenverein Stein organisierte 1986 eine gründliche Renovierung und Modernisierung der Marienkapelle, sodass sie heute ein Schmuckstück für die kleine Ortschaft darstellt.

Seit 1986 befindet sich eine Marienfigur in der Kapelle, die ursprünglich von ‚Haus Biesen‘ stammte und sich dort im Garten in einer Art Grotte befand. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung –mit Kommunionkindern und den St.Josef-Schwestern von Haus Biesen zog man 1986 in feierlicher Prozession mit der Figur der Gottesmutter von Haus Biesen zur Marienkapelle nach Stein. Pastor Cor von Bemmelen segnete die frisch renovierte Kapelle und Marienstatue.

Die bisherige Figur, die seit Kriegsende 1945 in der Kapelle stand, wurde an den Besitzer Bäcker Houben zurückgegeben.

Die Bewohner „von de Stehen“ übernahmen die Aufgabe, die Kapelle zum Fronleichnamsfest prächtig zu schmücken. Nicht selten werden an diesem Ort der Besinnung und des Gebetes Kerzen entzündet, besonders für Kinder und Jugendliche, um für einen guten Verlauf ihrer Klassenarbeiten in der Schule zu bitten.

In der Vergangenheit war die Kapelle beliebter Treffpunkt für Liebespaare.

Großen Dank sei den Vielen gesagt, die immer wieder Sorge für die Kapelle getragen haben. Zu erwähnen ist hierbei Frau Agnes Kentgens, die seit mehr als 20 Jahren in großer Zuverlässigkeit für die Kapelle sorgt (Schließdienst, Sauberhaltung in und um die Kapelle).

Hett Kapellke

(Mundartschilderung von Elisabeth Vogten; Bearbeitung Willi Hostenbach)

In d‘ Selfkanjt, sue kleen, liggt dett Dörpke, d‘ Stehen genannjt, mett een Kapellke midden drin.

Doa goahn vöel Lüj det Kapellke in, um bij d‘ Muedergoads een still Gebäet t‘ spräeke enn een Kerzke ann t’ maake.

Sie froage d‘ Muedergoads um Hülp in Fröd en ooch in Leed.

Det schuen Kapellke steht in d‘ Schatten von twie gruete Linjebööm, een lenks enn däe angere rechts.

Het woar noa d‘ Kreeg; dae auwe Eeekeboom woar ganz kapott gesfchoete, doa beschloate Hein uut d‘ Steen enn Will van Pirkes, ji-eder eene nüje Boom t‘ poate.

In d’r Mej stoahn se ji-edes Joahr in „voller Pracht“. Die Bööm beschütze dett Kapellke Joahr in enn Joahr uut.

Hiej unge uut d‘ Steeg kiek ich dann umhuech enn denk „Dett woar een Läevenswerk van mi-ene Vader“.

In d‘ Herfs, wenn d‘ Blaar valle, benn ich ümmer een bittje traurig. Aevel wenn hett Fröjjoahr kümmt, fröj ich mich ümmer wejer. Sue höbb ich een schujen Herinnnring aan mi-en Auwesch.

Für das Seelsorgeteam: R. Schlösser, Pastor