Offene Jugendarbeit im Selfkant: Corona-Pandemie stellt alles auf den Kopf

Offene Jugendarbeit im Selfkant: Corona-Pandemie stellt alles auf den Kopf

Das ganze Land bekommt die Corona-Pandemie zurzeit gewaltig zu spüren. So auch die offene Jugendarbeit in der Gemeinde Selfkant. Mit der aktuellen Situation hat auch die Leitung der Jugendeinrichtung „Alte Schule“ in Höngen, Frau Denise Geilenkirchen zu kämpfen. Die Sozialarbeiterin leitet seit diesem Jahr die Einrichtung und hatte bisher nur wenige Möglichkeiten die Kinder und Jugendliche aus dem Selfkant kennenzulernen. Doch eine gelungene Beziehungsarbeit, die der wichtigste Bestandteil der Jugendarbeit ist, braucht Zeit und einen regelmäßigen, persönlichen Kontakt.

Um richtig Fuß zu fassen waren nun mehrere Ferienspiele und Projekte geplant. Hierbei sucht sich Frau Geilenkirchen meist handwerkliche und künstlerische Schwerpunkte aus, welche einen Bezug zur Umwelt und zur Nachhaltigkeit haben. „Aufgrund von Corona können die Projekte jetzt in der geplanten Form nicht stattfinden. Von heute auf morgen musste sich die ganze Art und Weise der Jugendarbeit verändern. So auch die geplanten und vorbereiteten Projekte“ So die Sozialarbeiterin.

Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Ausgleiche finden. Ein offener Treff bietet normalerweise Möglichkeiten Dampf abzulassen und sich auszuprobieren. Das eigentliche Angebot in der „Alten Schule“ Höngen besteht aus einer Öffnungszeit, in der die Besucher auf dem großen Gelände verschiedenen Tätigkeiten nachgehen können. So besteht Raum zum Spielen, Tanzen, Kickern, Quatschen und vielem mehr.

Hierbei ist Frau Geilenkirchen nicht nur zum Aufpassen da, sondern bietet ein offenes Ohr für Probleme aller Art. Dies gilt auch für die Außenstelle „Arearea“ in Tüddern, welche ebenfalls Raum bietet sich individuell zu entfalten. Montags findet eigentlich unter den Fittichen von der Reittherapeutin Andrea Plümäkers ein Reitangebot statt.

Zudem waren, neben den zahlreichen Ferienspielen mit engagierten Ehrenamtlern, ein Pferdemusical, ebenfalls mit Frau Plümäkers, und eine Zirkuswoche, in Kooperation mit der Gesamtschule Höngen, in Arbeit. Nun stehen diese Projekte auf der Kippe, da sich nicht vorausschauen lässt, wie sich die aktuelle Lage entwickelt. Darauf musste schnell reagiert werden und neue Konzepte wurden entwickelt.

Diese Alternativen bestehen aktuell aus einer Digitalisierung der Angebote. Natürlich kann nicht jedes geplante Projekt digitalisiert werden, aber Frau Geilenkirchen möchte zumindest ein paar der geplanten Dinge in abgewandelter Form umsetzen.

Zum einen bieten die sozialen Plattformen wie Facebook und Instagram eine Möglichkeit sich auch ohne ein körperliches Gegenüberstehen austauschen zu können, zum anderen können sie als Plattformen dienen um Material hochzuladen. So sind zum Beispiel zwei Projekte in die digitale Welt verlagert worden. Es wird ein mehrteiliger Handlettering Kurs, also künstlerisches kalligraphieren, in Videoform hochgeladen, sowie eine Bauanleitung für ein Vogelhäuschen. Bei der Bauanleitung ist es möglich durch Anmeldung einen handgefertigten Bausatz zu bekommen, der dann ganz leicht von den Kindern daheim, parallel zum Video zusammengesetzt werden kann.

Natürlich ist es aber auch möglich, sich einfach so mit Fragen, Sorgen, Problemen und Anregungen über die genannten Plattformen und unten genannten Kontaktdaten zu melden.

Für Frau Geilenkirchen steht jedenfalls fest: „Ich möchte da sein und zuhören können, auch wenn es noch eine riesige Hürde für die Besucher ist sich an mich zu wenden, gerade über soziale Medien, tue ich mein Bestes um den Kindern und Jugendlichen trotzdem Möglichkeiten und ein offenes Ohr zu bieten.“

Gerne sollen Ideen, Wünsche oder Fragen mitgeteilt werden. Hierfür steht die Sozialarbeiterin per Mail unter: ash-selfkant@t-online.de, per sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook, oder direkt Telefonisch unter 0179/4568934 zur Verfügung.

Frau Geilenkirchen hofft schon bald mehr von der Selfkanter Jugend persönlich kennenlernen zu dürfen und würde sich freuen, wenn auch das digitale Angebot zahlreich genutzt wird.