Und während er betete, öffnete sich der Himmel. (Lk 3,21)

TAUFE JESU

EVANGELIUM
Lk 3, 15-16.21-22

In jener Zeit
15war das Volk voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei.
16Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
21Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel,
22und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Tagesimpuls:

Und während er betete, öffnete sich der Himmel. (Lk 3,21)

Ein wunderschönes Wort! Der Himmel öffnet sich. Er kann also auch geschlossen sein. Die geistliche Atmosphäre kann mehr oder weniger transparent sein für Gott. Im Paradies hatten die ersten Menschen die volle Anschauung Gottes. Uns ist sie verloren gegangen. Aber wie wir hier sehen, kann sich der Himmel über uns öffnen. Das ist unser Ziel. Wir wollen beten und so leben, dass auch über uns der Himmel möglichst oft offen ist.

Und während er betete, öffnete sich der Himmel.

Bei der Taufe öffnet sich der Himmel. Bei jedem Sakrament öffnet sich der Himmel. Schade, dass wir das nicht immer spüren. Eine wichtige Voraussetzung beim Empfang eines Sakramentes ist, dass man das wirklich will, und dass man entsprechend vorbereitet ist. Ich habe einmal eine Firmfeier erlebt, in der der Firmling, während der Bischof ihn die Hände aufgelegt hat, tief berührt war und weinte. Dieser junge Mann war wirklich vorbereitet auf die Firmung, und er hat den Heiligen Geist gespürt. Das erleben nur wenige Menschen so tief. Ich erlebe aber zum Glück in der letzten Zeit immer wieder, dass eine zunehmende Anzahl von Menschen bei den Sakramenten den Heiligen Geist spüren, bei der Feier der Messe, und auch bei Kindtaufen. Immer öfter kommt es vor, dass Menschen gerührt sind vom Heiligen Geist, und manchmal fließen Tränen.

Und während er betete, öffnete sich der Himmel.

Ich weiß, dass es nicht um Spüren geht, sondern um Glauben. Aber wenn Gott die Liebe ist, wenn der Heilige Geist die Liebe Gottes ist, die in unsere Herzen ausgegossen wird (Röm 5,5), kann es denn eine Liebe geben, die man nie spürt? Wenn Gott sich uns Menschen offenbaren will, soll das denn nur eine rein intellektuelle Sache sein, von der man ansonsten nichts merkt? Was ist das denn für eine Begegnung, wenn man den anderen nie spüren würde? Ich meine, dass man den Heiligen Geist auch spüren muss, wenigstens ab und zu zeichenhaft. Wenn es dann Phasen gibt, wo man ihn nicht spürt, dann glaubt man an sein Wirken. Und je stärker unser Glaube ist, umso tiefer werden wir die Sakramente erleben. Wir werden erleben, dass der Himmel sich über uns öffnet, dass sich die geistliche Atmosphäre ändert, und dass immer mehr Menschen die Liebe Gottes empfangen können.

Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass sich der Himmel geöffnet hat. Ich danke dir, dass du auch über uns den Himmel öffnen willst. Ich danke dir für die Ausgießung des Heiligen Geistes über alles Fleisch. Hilf uns, so zu glauben, so zu beten, dass wir die Sakramente fruchtbar empfangen, dass wir das Wirken Gottes spüren, und dass sich die geistliche Atmosphäre um uns immer mehr ändert, so dass auch andere Menschen den offenen Himmel erleben können.

Pastor Roland Bohnen
www.tagesimpuls.org

Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>